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Einblick in regionale Vermarktung verschafft

Landwirte aus Mosambik informierten sich bei der Erzeugergemeinschaft

27.09.2017 | Text/Foto: Buthke

Die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) arbeiten seit Jahren gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium mit Unternehmensverbänden in Entwicklungsländern in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmitteltechnologie zusammen.

Im Rahmen eines Fachseminars für Fach- und Führungskräfte informierten sich 21 Landwirte aus Mosambik beim Traunsteiner CSU-Stimmkreisabgeordneten Klaus Steiner und der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh über Möglichkeiten der regionalen Vermarktung.
Steiner, der seit einem halben Jahr auch Entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag ist, betonte eingangs des Gesprächs, Ziel sei es, die Entwicklungspolitik auf neue Füße zu stellen.

Die Entwicklungsländer sollten künftig von den Industriestaaten keine Almosen und Belehrungen mehr erhalten, sondern Partner auf Augenhöhe sein. „Nur so kommen wir weiter“, betonte Steiner. Der Schlüssel zum Erfolg sei die Bildung durch partnerschaftlichen Austausch von Wissen. Zur Lösung der globalen Probleme seien Frieden sowie Kampf gegen den Klimawandel und den Hunger auf der Welt notwendig.
Der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft (EZG) Schlachtvieh Traunstein, Hans Grabner, stellte die regionale Vermarktung von Rindern vor.

Grundlage sei der einzige bäuerlich geführte Schlachthof in Traunstein, den die EZG 2004 von der Stadt Traunstein übernommen habe. Die EZG sei für die Anlieferung sowie zusammen mit dem Staatlichen Veterinäramt für die Hygiene und die Tierbeschau verantwortlich. Die Weiterverarbeitung und Vermarktung des Rindfleisches habe die EZG wegen der hohen Auflagen bei der Lohnschlachtung 2015 der Firma AlpenRind übertragen. Aus der Runde kam die Frage, warum die Tiere noch am gleichen Tag geschlachtet würden. In Mosambik warte man einen Tag, um das Tier ausruhen zu lassen. Grabner sagte, die angelieferten Tiere hätten nur kurze und schonende Transportwege zwischen 30 und 45 Kilometer. Außerdem würden wegen der Betriebsstrukturen von den Landwirten in der Regel nur ein bis zwei Tiere angeliefert. Wenn diese mit anderen, für sie fremden Tieren einen ganzen Tag lang zu einer Herde zusammen sperre, dann erzeuge dies erst recht Stress. Rund 50 Prozent der der EZG angeschlossenen Landwirte lieferten ihre Rinder noch selbst an, so Grabner.

Im Traunsteiner Schlachthof würden jährlich rund 50 000 Rinder geschlachtet. Was bei Krankheit von Tieren geschehe, lautete eine Frage. Grabner erklärte, es gebe Seuchenpläne. Zudem seien immer Tierärzte da.
Die EZG habe sich auf die Qualitätsfleischproduktion spezialisiert, so Grabner. Rund 90 Prozent des Fleisches würden an McDonald's verkauft. Edelteile gingen an Edeka, Lidl und Kaufland. Steiner unterstrich, er unterstütze die „Premiumlinie“ der EZG mit heimischen Rindfleisch und Rindfleisch aus der Almbewirtschaftung. Dies sei gut für die Wertschöpfung in der Region und sei vorteilhaft für eine klein strukturierte Landwirtschaft als Gegenpol zur Agrarindustrie. An die heimische Gastronomie appellierte er, mehr heimisches Rindfleisch zu verwenden. Ihn ärgere es, wenn er auf der Speisekarte von Steaks aus Argentinien oder Australien lese, wo es doch Premiumfleisch aus der regionalen Landwirtschaft gebe.
Martin Wahl vom bfz sagte, Mosambik zähle zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas. Die Landwirtschaft nehme mit rund 32 Prozent nach wie vor den größten Anteil an der Entstehung des Bruttoinlandsprodukts ein. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Marktprodukte seien Cashewnüsse, Zucker, Baumwolle, Sisal, Kopra und Tee sowie Garnelen und Langusten.

Die Entwicklung in dem westafrikanischen Land könne daher nur mit einem gut  entwickelten Landwirtschaftssektor sicher gestellt werden.
Zielgruppe des Fachseminars seien Unternehmer, Ingenieure und Techniker aus dem Bereich der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitungstechnologie sowie politische Entscheidungsträger und führende Angestellte und Verwaltungsbeamte, die sich in dem Thema weiterbilden wollten und in ihrem Heimatland konkrete Maßnahmen umsetzen könnten. Die Seminarreise solle den Teilnehmern Wissen über die technischen Möglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit von moderner Landtechnik und Lebensmittelverarbeitungstechnik liefern. Das Programm biete dazu ein ausgewogenes Verhältnis aus Theorie und Praxis. Bjr

Foto: 21 Landwirte aus Mosambik informierten sich in Traunstein über die regionale Vermarktung von Rindfleisch. In der Mitte ist der Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner und rechts daneben der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh, Hans Grabner, zu sehen.

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