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Der Wolf bedroht die heimische Almwirtschaft

Der Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner diskutierte mit Almbauern des Achentals

01.03.2018

 Über die Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft im Achental  insbesondere über die Zukunft der Almwirtschaft und den dazugehörigen Talbetrieben  ging es bei einem Fachgespräch, das der CSUStimmkreisabgeordnete Klaus Steiner im Gasthaus Hinterwirt mit Landwirten, Vertretern des Bayerischen Bauernverbands und anderer landwirtschaftlichen Interessenverbänden führte. Steiner wünschte sich von der Landwirtschaft manchmal mehr Unterstützung für die Politik, weil die Landwirtschaft an einem Scheideweg stehe.

 

 
Der "bayerische Weg" fördere die klein strukturierten Familienbetriebe, zum Beispiel mit 250 Millionen Euro durch das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), so Steiner. Er sprach sich für die Agrarexporte aus, denn ohne sie hätten viele Betriebe keine Absatzmöglichkeiten. Massentierhaltung und Überproduktion gebe es in Deutschland nur bei der Milch und beim Rindfleisch. Andererseits importieren Landwirte aus dem Ausland, wo unsere Standards nicht eingehalten würden.
 
Zur Preissituation für landwirtschaftliche Produkte sagte er, die Politik könne und werde dies nicht regeln. "Wenn nur ein Bruchteil derer, die es sich leisten können, bereit wären, einen höheren Preis zu zahlen, hätte die Landwirtschaft weniger Probleme", stellte der Abgeordnete fest. Die Landwirte hätten durch immer strengere Auflagen bei der Tierhaltung und der Hofbewirtschaftung mit immer höheren Kosten zu kämpfen. Bei uns werde der Verbraucher zu sehr aus der Verantwortung entlassen. Während die Franzosen 18 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgäben, seien es bei den Deutschen nur neun Prozent. Der Schlüssel liege letztlich beim Verbraucher. Die Leute gingen zum Discounter und nicht in den Dorfladen. Wenn er die Regionalität erhalten wolle, müsse er auch dorthin gehen, sagte Steiner.
 
Zum Unkrautvernichtungsmittel "Glyphosat" meinte er, davon müsse man wegkommen. Es gebe auch maschinelle Methoden. Andererseits gebe es rund 30 Pflanzenschutzmittel, die eingesetzt würden. Es gebe keinen Anbau von Nutzpflanzen ohne Pflanzenschutz. Der größte Schwindel sei beim Pflanzenschutz der Ökolandbau. Dort werde Kupfersulfat eingesetzt. Und Kupfersulfat sei ein Schwermetall. Für das Bienensterben sei nicht allein Glyphosat verantwortlich. Auf den Kurzrasenweiden der Landwirtschaft fehlten die Blütenpflanzen. 
 
Beim Thema "Almwirtschaft" brach er eine Lanze für den Almwegebau. Die Almen müssten erreichbar sein, wenn sie weiterhin bewirtschaftet werden sollen, so Steiner. Bei der Wasserversorgung sah er Probleme durch den Klimawandel auf die Almwirtschaft zukommen. Die Almwirtschaft müsse sich aber weiterentwickeln können. Sorge bereitete ihm die strengere Handhabung der Trinkwasserkontrolle auf den Almen durch eine EUVerordnung. Von den Landwirten wurde die Sorge vorgebracht, dass künftig alle Almen Wasserproben nehmen müssten. "Es erwischt jeden, der eine Wasserleitung in seine Almhütte hat", befürchtete ein Landwirt. Außerdem lasse die Untere Naturschutzbehörde Quellfassungen und Leitungsverlegungen nicht mehr zu. In Bayern gebe es fast kein Nitrat im Trinkwasser. Dies seien Probleme, die verallgemeinert würden.
Energisch wandte Steiner sich gegen das Ziel des Bunds Naturschutz, auf den Almen Wölfe zuzulassen. "Eine Almwirtschaft mit Wolfsrudeln wird es nicht geben", betonte Steiner. Außerdem ginge niemand mehr auf die Alm, wenn dort der Wolf wäre. Wenn man Zäune, Hütehunde und Herdenschutzhunde brauche, seien die Almen für den Tourismus nicht mehr nutzbar, weil das Betreten für die Urlaubsgäste dann zu gefährlich werde, lautete ein Einwurf. Steiner meinte ebenfalls, dass die Entwicklung des Tourismus kippen würde, weil sich die Wölfe verhielten wie die Wildsauen und Füchse. Sie gingen in die Dörfer und die Eltern auf die Barrikaden. Bei Bedarf könne man Wölfe auf Anordnung der Unteren Naturschutzbehörde entnehmen.
 
"Wir brauchen keinen absoluten Schutz für den Wolf, weil wir so viele haben", erklärte Steiner. Vielmehr brauche man Weideschutzgebiete, weil beispielsweise die Zerstückelung von Naturschutzgebieten durch Zäune nicht erlaubt sei. Eine Teilnehmerin sagte, derzeit seien in Deutschland 46 Wolfsrudel bekannt. Die geschätzte Zahl an Wölfen schwanke zwischen 1000 und 2000. Wenn man nicht eingreife, würde bis 2025 mit 20 000 Wölfen gerechnet. Um alle Weidetiere zu schützen, brauche man 57 000 Kilometer Schutzzäune. Es gebe aber noch keine wolfssicheren Weidezäune. Eine Herdenschutzhund greife jeden an oder verbelle rund um die Uhr. Für Mischherden mit unterschiedlichen Tierarten sei er zudem nicht geeignet. Pro Wolf brauche man einen Herdenschutzhund. Wer übernehme die Kosten für die Anschaffung und den Unterhalt, wurde gefragt.
 
Beklagt wurde die mangelnde Beseitigung und Entschädigung von Hochwasserschäden auf den Retentionsflächen im Achental. Vorgeschlagen wurde, dass der Bauhof des Landkreises für die Beseitigung von Totholz, Kies, Müll usw. Container zur Verfügung stellt und die Ablagerungen entsorgt. Die Entschädigung, zum Beispiel für die Wiederherstellung von Wiesen und Äcker, solle aus einem Fördertopf geschehen, in den die Gemeinden des Achentals, der Landkreis Traunstein und der Freistaat Bay

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