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MdL Steiner und die Projektgruppe „Ehrenamt“ des CSU-Kreisverbands setzten sich für Einführung der Ehrenamtskarte im Landkreis Traunstein ein

Staatssekretär Markus Sackmann zu Gast bei der Projektgruppe Ehrenamt

19.09.2011 | Traunstein
Staatssekretär Markus Sackmann stellte das Konzept der Ehrenamtskarte vor
Staatssekretär Markus Sackmann stellte das Konzept der Ehrenamtskarte vor

Landtagsabgeordneter Klaus Steiner und die Projektgruppe „Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement“ des CSU-Kreisverbands starten eine gemeinsame Initiative zur Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte im Landkreis Traunstein. Dies kündigten Steiner und Projektgruppenleiter Hannes Putzhammer auf einer Veranstaltung mit Sozialstaatssekretär Markus Sackmann im Brauereiausschank Schnitzlbaumer in Traunstein an.

„Die Republik kennt silber- und goldglänzende Bonuskarten für Vielflieger, Treu-Tanker und Hotelschläfer. Dass es nichts gibt für Ehrenamtliche, die ihre Freizeit in den Dienst anderer Menschen stellen, soll sich jetzt ändern. Deshalb werden wir uns für die Einführung der Ehrenamtskarte bei uns in Traunstein einsetzen“, erklärte Hannes Putzhammer und Abgeordneter Steiner ergänzte: „Der Landkreis kann damit nicht nur seinen 54.000 Ehrenamtlichen ein wertschätzendes Zeichen setzen, sondern auch im Hinblick auf die Attraktivität der Region einen weiteren Pluspunkt setzen.“

 

Staatssekretär Markus Sackmann hatte zuvor den anwesenden ehrenamtlich Engagierten die Ziele und Hintergründe der Ehrenamtskarte für Bayern erläutert. „Sie soll als Beitrag zu einer verbesserten Anerkennungskultur den Ehrenamtlichen zeigen, dass der Freistaat, die Landkreise und Städte ihr Engagement würdigen“, so Sackmann. Das Konzept der Staatsregierung hierzu sei fertig und bereits Ende September sollen die ersten Karten ausgegeben werden. Wenn die Kommunen mitmachten, winke tausenden Aktiven verbilligter Eintritt in Kinos, Bäder und Museen. „Es geht nicht um sehr viel Geld“, stellte Sackmann allerdings klar, „sondern um die Wertschätzung.“

Der Nutzen könnte sich für den Einzelnen dennoch summieren. Mit dem landesweit drei Jahre lang gültigen Ausweis im Scheckkarten-Format sollen ehrenamtlich Aktive Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Bayern verbilligt den Eintritt in die Königsschlösser und plant günstige Fahrten mit den staatlichen Schiffen. Auf Ebene der Kommunen ist daran gedacht, den Eintritt für Schwimmbäder, Kinos, Museen zu senken. In Sackmanns Heimatlandkreis Cham gilt für Ehrenamtliche sogar der halbe Preis im öffentlichen Nahverkehr. Auch Geschäfte können sich anschließen und Rabatte bieten. „Inzwischen fragt die Wirtschaft, ob sie dabei sein dürfgen“, berichtete Sackmann vom Chamer Pilotprojekt, wo 600 Institutionen mitmachen. Ob sie teilnehmen, entscheiden die Landkreise und kreisfreien Städte. Der Freistaat bietet je 5000 Euro Anschubfinanzierung und zahlt für Karten-Rohlinge, Druck und einheitliche Internet-Seite. Die Voraussetzungen für die Ehrenamtlichen sind bereits fix: Mindestens 16 Jahre alt, fünf Wochenstunden und mindestens seit zwei Jahren aktiv. Auch 250 Stunden Projektarbeit pro Jahr oder eine Jugendleitercard gelten. Wer vom Ministerpräsidenten das Ehrenzeichen überreicht bekam, erhält sogar eine unbegrenzt gültige Ehrenamtskarte in Gold. Welches Ehrenamt zählt, will Sackmann nicht einschränken: „Wir machen keine Vorschrift. Fußball, Feuerwehr, Hospiz, Musik“, nennt er als Beispiele.

In der anschließenden Diskussion sah Heinz Wallner aus Chieming die Gefahr einer inflationären Ausgabe der Karte und möglichen Neids unter den Ehrenamtlichen. Trachtengauvorstand Ludwig Entfellner begrüßte die Ehrenamtskarte zwar, verwies jedoch gleichzeitig darauf, dass die wahren Probleme der Vereine hauptsächlich in der überbordenden Bürokratie lägen, sei es durch Bestimmungen im Bau-, Steuer- oder Haftungsrecht. Auch die GEMA mache den Vereinen laut Sepp Huber aus Taching zunehmend zu schaffen. Klaus Steiner machte für die ausufernden bürokratischen Hemmnisse im Ehrenamt auch die Klage- und Absicherungsmentalität in der Gesellschaft verantwortlich. „Immer wenn irgendwo irgendetwas passiert, muss ein Verantwortlicher her“, so der CSU-Kreisvorsitzende. Laut Meinung von Landrat Hermann Steinmaßl sei eine möglichst breite Akzeptanz sowohl bei den Bürgern als auch bei den Annahmestellen für den Erfolg der Karte von maßgeblicher Bedeutung. Grundsätzlich stieß das Vorhaben der Ehrenamtskarte und die angekündigte Initiative von MdL Steiner und des CSU-Kreisverbands zu deren Einführung im Landkreis Traunstein bei den Anwesenden aber auf breite Zustimmung.

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