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"Endlich ist es geschafft!"

Einweihung der Bahnunterführung in der Ortsmitte von Übersee

28.07.2011 | Übersee
Klaus Steiner bei der Freigabe der Bahnüberführung in Übersee
Klaus Steiner bei der Freigabe der Bahnüberführung in Übersee

Von der ersten Vermessung bis zur Realisierung hat es 83 Jahre gedauert: Nach vielen Planungen, Ideen und Verwerfungen ist gestern unter großer Teilnahme der Bevölkerung die Bahnunterführung in der Ortsmitte von Übersee eingeweiht worden. „Wie Vielen von uns Überseern, geht es auch mir so, dass ich sage: Endlich ist es geschafft“, so MdL Klaus Steiner in seinem Grußwort. Steiner weiter: „Viele werden aber auch sagen, endlich ist die Baumaßnahme mit ihren Umleitungen, Verkehrseinschränkungen, Lärm und vor allem Beeinträchtigungen für die Anlieger abgeschlossen. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass nun dieses Jahrhundertbauwerk endlich fertig geworden ist. Wichtig ist dabei auch, dass letztlich nach vielen politischen Diskussionen und auch Streit, ein gelungenes Bauwerk entstehen konnte, das von einer breiten Mehrheit akzeptiert wird.“

Froh über die Beseitigung des jahrzehntelangen Ärgernisses der Bahnschranken“ äußerte sich Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer: „Heute ist ein Glückstag für alle, die in den vergangenen Jahren an der Unterführung gearbeitet haben.“

Mit Oldtimern begaben sich die Ehrengäste auf die Jungfernfahrt durch die Unterführung. Foto: bvdDer letzte Schrankenwärter an der Bahnstrecke MünchenSalzburg gehört ab sofort der Vergangenheit an. Geschichte ist auch das ortsprägende Schrankenwärter-Häuschen, in dem die beiden Schranken noch per Hand herauf- und heruntergekurbelt wurden.

Mit einem kleinen Volksfest und viel politischer Prominenz haben die Überseer „ihren“ großen Tag gefeiert. Die Straßen und das neue Bauwerk waren geschmückt, die Blaskapelle spielte auf, und die Schul- und Kindergartenkinder ließen über 300 bunte Luftballons mit Wünschen für ihren Heimatort in den Himmel steigen. Rund 1000 Bürger und Festgäste hatten sich um das Rednerpult am neuen Kreisel versammelt, an dem sieben Redner feststellten: „Ein großes Gemeinschaftswerk ist heute vollbracht.“

 

„Die Unterführung ist das bisher größte Straßenbauprojekt des Landkreises Traunstein und zugleich ein Jahrhundertprojekt für Übersee“, sagte Landrat Hermann Steinmaßl. Von der Idee zum Bauwerk sei es ein langer Weg gewesen. Man habe die Planungen gewünscht und verworfen, erhofft und beschimpft, belächelt und begraben – aber immer daran festgehalten. Mit den Jahren seien dieProbleme gewachsen. „So waren die Schranken acht Stunden am Tag geschlossen. Der Stau war die Regel und nicht die Ausnahme.“ Die abgasträchtige Luft in der Ortsmitte sei zu einer ständigen Belastung für Fußgänger und Anlieger geworden. Jetzt könnten Bürger und Feriengäste stau- und staubfrei aufatmen. Nach sechseinhalb Jahren intensiver Gespräche und einer „rekordverdächtigen“ Bauzeit von nur anderthalb Jahren, könne man heute eine einvernehmliche Lösung aller Beteiligten für den Bahnübergang präsentieren“, so der Landrat nicht ohne Stolz. Das Bauwerk stehe auch als Symbol dafür, dass man Straße und Schiene in Einklang bringen könne Die Projektkosten mit 10,4 Millionen Euro bezeichnete Steinmaßl als „sehr kostenintensiv“. Sie wurden je zu einem Drittel getragen vom Bund, der Bahn und dem Landkreis mit der Gemeinde Übersee.

Für Ramsauer war die Einweihung nach eigenen Worten „ein besonderes persönliches Erlebnis“, da ihn die Schranken schon als Radlfahrer während seiner Schulzeit von 1964 bis ’73 in Marquartstein immer geärgert hatten. „Dass ich dieses Ärgernis 40 Jahre später als Bundesverkehrsminister beseitigen kann, hätte ich mir damals nicht träumen lassen.“ Er wertete die Unterführung als „kommunalpolitschen Renner“, der weniger Abgase und Lärm durch anfahrende Autos an der Schranke bringe.

„Auch sinnbildlich reißen wir heute Schranken ein“, meinte MdL Klaus Steiner . Er drückte die Hoffnung aus, dass Übersee durch dieses lichte und leichte Werk noch mehr zusammenwachse.

 

Glücklich und stolz zeigte sich Bürgermeister Marc Nitschke angesichts der „optisch, technisch und nachhaltig optimalen Lösung für das Bauwerk“. Er wies darauf hin, „dass dies alles aber nur möglich werden konnte, weil die Anlieger die nötigen Grundstücke veräußerst haben.“ Er sei froh, so der Rathauschef weiter, dass die Gemeinde im Zuge der Baumaßnahmen mit der zusätzlichen Neugestaltung der Dorf- und Bahnhofstraße sowie des neuen Kreisels einen positiveren Charakter erfahren habe. Nitschkes Dank galt den Bürgern und Anliegern für ihr Verständnis während der Bauzeit.

 

Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn erinnerte an die hohe Bedeutung der München-Salzburg Strecke für den internationalen Schienenverkehr. Eine Automatisierung des bisher manuell betriebenen Bahnübergangs hätte aus technischen Gründen noch längere Schließzeiten gebracht. Er dankte daher dem Bund und dem Freistaat Bayern, „ohne deren Unterstützung Baunahmen dieser Größenordnung nicht umsetzbar wären.“

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