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Unternehmen machen Front gegen Plastikmüll

Brückner und Nowofol zeigten bei Fachgespräch über Kunststoff in Siegsdorf neue Strategien auf

07.01.2020 | Axel Effner
MdL Klaus Steiner (2.v.r.) im Gespräch mit AKU-Vorsitzenden Dr. Christian Gerhart (von links), Geschäftsführer Helmut Huber und Dr. Axel von Wiedersperg (Brückner Group) sowie Geschäftsführer Robert Pernath (Nowofol)
MdL Klaus Steiner (2.v.r.) im Gespräch mit AKU-Vorsitzenden Dr. Christian Gerhart (von links), Geschäftsführer Helmut Huber und Dr. Axel von Wiedersperg (Brückner Group) sowie Geschäftsführer Robert Pernath (Nowofol)

Siegsdorf - Über die aktuelle Situation bei der Verwendung von Kunststoffen und mögliche Strategien zur Vermeidung von Kunststoffmüll – auch regional – informierte ein Fachgespräch des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung (AKU) im Kreisverband Traunstein mit den Geschäftsführern der Unternehmen Brückner Group und Nowofol in Siegsdorf. Beide Firmen sind in der Herstellung von Kunststoff bzw. dem Bau von Maschinen zur Produktion von Kunststofffolien tätig. Initiiert und organisiert hatte das Treffen der Traunsteiner Stimmkreisabgeordnete Klaus Steiner.

„In der vielfach emotional geführten Debatte über Plastik wird leicht übersehen, dass Kunststoffe, gerade auch aus ökologischen Gründen, aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind“, erläuterte Steiner zum Thema des Informationsabends. Dies belegen Einsatzbeispiele in Haushalt, Handy und Auto, auf dem Bau, in der Medizin oder bei moderner Funktionskleidung. Auch die vielkritisierte Plastiktüte sei aufgrund einfacher Herstellung und hoher Stabilität eigentlich eine „ökologische Erfindung“. Nicht die Plastiktüte sei das Problem, sondern wie wir damit umgehen. Steiner forderte eine realistische Diskussion über Kunststoffe im Alltag. Deshalb habe man das Gespräch mit Experten gesucht.

Dass die Umwelt durch den falschen Umgang mit Plastikabfällen stark belastet werde, bestätigte Brückner-Geschäftsführer Helmut Huber. Für den Hersteller von Maschinen zur Kunststoffproduktion mit 29 Standorten sei die Situation aufgrund der „global ganz unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen“ sehr schwierig geworden. Von den jährlich weltweit produzierten 360 Millionen Tonnen Kunststoff würden lediglich 50 Millionen Tonnen recycelt, bei 77 Millionen Tonnen sei der Verbleib unklar und knapp die gleiche Menge werde in Deponien entsorgt. Nur 30 Millionen Tonnen würden als recycelte Kunststoffe wiederverwendet. Nach dem Motto „Verbrauch reduzieren – wiederverwenden – recyceln“ arbeitet Brückner mit Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette an einer Verbesserung der Situation.

Konkrete Details stellte Brückner-Geschäftsführer Michael Baumeister, zuständig für Technik und Logistik, vor.  So engagiert sich das Unternehmen dafür, die Sammel- und Sortiersysteme weltweit zu optimieren, Recyclingtechnologien weiterzuentwickeln und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu verbessern.   Im hauseigenen Technologiezentrum werde daran geforscht, Mehrschichtverpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen durch sortenreine Mono-Materialien zu ersetzen, die problemlos recycelt werden können. Ebenso stehe die Weiterentwicklung biologisch abbaubarer Verpackungen im Fokus. Um den Weg zu einer Kreislaufwirtschaft zu perfektionieren, haben sich europaweit 100 Firmen der Kunststoffindustrie und weitere Partner zu einem Verbund zusammengetan, informierte Baumeister.

Über den Trend zu mehr Verpackungen mit spezialisierten Zusatzfunktionen und strengen internationalen Zielvorgaben zur Recyclingfähigkeit von Kunststoffen berichteten Geschäftsführer Robert Pernath und Josef Wieland von der Firma Nowofol. Sie zeigten die Einsatzmöglichkeiten für Kunststoffe als günstige Energiequelle und innovative Lebensmittelverpackung auf und veranschaulichten die Nachahmungswirkung von wiederverwendbaren Geschirrspülverpackungen auf andere Firmen. Angesichts des Wildwuchses und hoher Gewinnmargen ungeregelter Abfallströme in Europa sahen beide „dringenden Änderungsbedarf“.

Welches Potential Kunststoff aus Pflanzen habe, lautete eine Frage in der Diskussion. Helmut Huber erläuterte dazu, dass nur recyclingfähige und aussortierbare Produkte im Sinne von Wertstoffkreisläufen geeignet seien. Aktuell verhindere der Zerfall zu Mikroplastik die Kompostierbarkeit vieler Produkte. „Der Bürger ist mit der Mülltrennung bei Plastik überfordert, wir brauchen einfachere Sammelsysteme“, monierte Peter Mayer. Josef Pfeilstätter, Inhaber mehrerer Edeka-Filialen, verwies auf Hygiene- und Konservierungsgründe bei Kunststoffverpackungen. So habe der Verzicht bei Gurken etwa dazu geführt, dass 30 Prozent der Ware schneller verdirbt und entsorgt werden muss. 28 Kubikmeter Kunststoffmüll aus Einwegflaschen falle allein bei einem größeren Markt an – pro Woche. Als Kunststoffersatz setze Edeka 2020 erstmals auf den innovativen „Apeel“-Konservierungsüberzug aus Pflanzenstoffen, der Obst und Gemüse länger frischhalten soll.

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