Aus dem Stimmkreis

Presseartikel von und über uns.

Sowohl Politiker als auch Bürger sind verantwortlich für unsere Umwelt!

16.05.2019

Als komplementäre Aktion zu den Fridays for FutureDemonstrationen, an der auch eine Gruppe von SchülerInnen der FOSBOS Traunstein teilgenommen haben, fand am 03.05.2019 eine Diskussionsveranstaltung mit Klaus Steiner, dem entwicklungspolitischen Sprecher der CSUFraktion im Bayerischen Landtag und Mitglied des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz, moderiert von Sozialkundelehrer Christian Mayer, statt. 

„Europaweit wird festgestellt, dass unsere heutige Jugend rege an der Umwelt interessiert ist“, so Schulleiterin Barbara Spöttl. Die Veranstaltung biete nun SchülerInnen die Möglichkeit auch schulintern darüber zu diskutieren, wie wir unsere Umwelt schützen können. In einer einleitenden VideoGrußbotschaft von Maria Noischl, SPD, die bis 2013 Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag war und seit 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments ist, richtete sich die Politikerin aufmunternd an die TeilnehmerInnen: „Ihr seid auf einer Balkenwage und setzt euch auf die Seite des Klimas. Seid unbequem!“
 
Dieses „Wir-brauchen-euch“ sei ihm zu banal, konterte Steiner in seiner Eingangsstatement. „Wir müssen von den Anklagen an die Politik wegkommen, das fördert nur die Radikalen in unserem Land“, so Steiner. Es gehe vielmehr um eine Gesamtbetrachtung, die Politik in unserem Land sei mit dem Ausstieg aus Kernkraft und Kohle und der Förderung erneuerbarer Energien nicht untätig gewesen. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit Afrika, einem Kontinent, der produzieren müsse, um seine Wirtschaft voranzutreiben, aber der nicht dieselben Fehler machen dürfe, wie Europa in den letzten hundert Jahren. Das Engagement der Umweltaktivistin Greta Thunberg und ihre Politikkritik seien Panikmache, wir sollten auch uns Bürgern einen Spiegel vorhalten und uns die Folgen unseres Lebensstils anschauen. Wenn nur die Hälfte derer die kritisieren sich umweltbewusster verhalten würden, sei schon viel gewonnen.
 
Auf die Frage eines Schülers, welche konkreten Lösungsansätze er habe, um die negative Entwicklung unserer Umwelt aufzuhalten, verwies Steiner auf drei Ansatzpunkte: National müssen erneuerbare Energien gefördert werden, international müsse man mit Afrika besser zusammenarbeiten und persönlich das eigene Verhalten anpassen, wie zum Beispiel den Plastikverbrauch einschränken. Letzteres sei durch Verbote aber nicht zu erreichen, da müsse man schon als Bürger persönlich die Initiative ergreifen. Gegen ein Tempolimit habe er nichts, aber er glaube nicht, dass es viel bringt, so die Antwort Steiners auf eine weitere Schülerfrage. Man müsse sich aber fragen, ob jeder ein Auto oder sogar zwei brauche: „Im Landkreis Traunstein gibt es 104.000 Autos, aber nur 116.000 Einwohner!“
 
Für den Einwurf eines Schülers, dass die Politik aber eine Vorbildfunktion habe. Es dürfe nicht sein, dass der hohe Energieverbrauch von Firmen staatlich subventioniert werde, zeigte Steiner Verständnis, allerdings müsse man auch an unsere Arbeitsplätze denken. Aber: „Große Veränderungen kommen immer aus der Gesellschaft, nicht aus der Politik!“ Dem Vorwurf eines Schülers, dass es sinnlos sei, dass sich die Politik immer wieder Klimaziele setzt, begegnete Steiner entkräftend, da ja mit dem Ausstieg aus Kohle und Atomkraft schon viel erreicht sei und schloss die rhetorische Frage: „Müssen wir das Fliegen wirklich teurer machen?“ an.
 
Julia Fröhlich, Schülerin der 12FS3, konnte von der Bayerischen Jugend-Klimakonferenz, die am 29. April 2019 in München stattfand, berichten. Es sei auffällig, wie viele junge Menschen sich für den Klimaschutz engagieren. Ihre Aufforderung: „Wir als Schüler, wir als Menschen müssen aktiv werden, denn in der Politik wurden wir bisher nicht ernst genommen“.
 
Dr. Bernd Seuling, stellvertretender Schulleiter der FOSBOS Traunstein, bezog sich auf seine langjährigen Erfahrungen mit Wertschätzung und Erziehung in China. Die Kinder werden dort in der Schule für ein adäquates Verhalten herangezogen. Umdenken erfolge so von unten nach oben. An die junge Generation gerichtet heiße das: „Es ist Ihre Aufgabe Umweltbewusstsein immer ein Stück weiterzutragen“.
 
Mit dem Appell: „Engagieren Sie sich weiter, es ist nicht schlecht Politiker zur Verantwortung zu ziehen, aber übernehmen Sie auch eigene Verantwortung! Geht heim und schaut, was bei euch alles aus Kunststoff ist!“ schloss der Politiker Steiner die interessante und zu weiterem Diskurs anregende Veranstaltung.
 

Abgeordnetenbüro Klaus Steiner, MdL

Äußere Rosenheimer Straße 2
83278 Traunstein
Telefon : +49 (861) 8589
Telefax : +49 (861) 15475
E-Mail  : mdl@klaus-steiner.de